Spinnen mit Gotlandwolle

Momentan über ich noch einen gleichmäßigen, dünnen Faden mit der Handspindel zu spinnen. Dass man aus den Übungsergbenissen noch keine Pullover stricken kann, war mir schnell klar. Für gestrickte Tiere ist das  Garn jedoch sehr gut zu gebrauchen. Zum Glück brauchen wir  für den jährlichen Herbsbasar der lokalen Waldofschule für den Stand unseres Kindergartens immer eine ganze Herde an Schafen, Eseln und Pferden.

Also bestellte ich mir, nach meinen ersten Spinnversuchen mit Bergschafwolle, 100g Wolle vom Gotlandschaf im Kammzug. Oh was für ein Unterschied.

Gotlandwolle im Kammzug
Gotlandwolle im Kammzug

Die Fasern sind extrem glatt und ich musste  viel Drall aufbringen um einen festen Faden zu spinnen. Die Faserlänge wird von dem Versandhändler mit 80 bis 150 mm Länge angegeben. Die Fasern in meinem Kammzug liegen auf jeden Fall am oberen Ende dieser Angabe.

Die Fasern lassen sich leicht aus dem Kammzug ausziehen und ließen sich leicht zu einem dünnen Faden verspinnen, wenn die Spindel genung Schwung hatte. Ich bin gespannt ob es einen Unterschied gibt, wenn ich diese Wolle aus einem Kardenband heraus verspinne.

Gotlandwolle gesponnen und verzwirnt
Gotlandwolle gesponnen und zweifädig verzwirnt

Das werden sicher schöne Eselchen.

Überrascht war ich aber auch darüber, wie wenige gut aufbreitete Informationen ich über die Verabeitung von Gotlandwolle fand. Am hilfreichsten war für mich am ehesten die Seite der British Gotland Sheep Society.

Jetzt spinnt sie auch noch!

Mich hat die Spindel eher unerwartet und zufällig gefunden. Denn eigentlich hatte ich nicht die Absicht, neben dem Stricken und Häkeln, auch noch mit dem Spinnen anzufangen.

Doch im vergangenen Herbst begann die Gemeinde, wo ich regelmäßig einen Stricktreff besuche, Leineschafe für die Rasenpflege des Pfarrgarten zu halten. Der Schäfer bot uns sogleich das Vlies an.

Wie genial, dachte ich, gestrickte Schäfchen aus „Wolle von der Scholle“ für den Verkauf zum Wohle des lokalen Waldorfkindergartens. Es sollte aber noch ein halbes Jahr dauern, bis wir alle Informationen zur Wollverarbeitung zusammen hatten. Schnell war klar -für die kleinen Mengen die wir brauchen, rechnet es sich nicht das Vlies an eine Fastermühle zu schicken. Hochgerechnet hätten wir für 5kg Rohwolle rund 500€ investieren müssen um es waschen, kadieren und verspinnen zu lassen.

Also besuchte ich auf dem diesjährigen Leipziger Wolle-Fest einen Spinnkurs – und bin sofort süchtig geworden.

Zunächst übte ich fleißig das ausziehen der Fasern mit einem Stöckchen. Als dann ein einigermaßen gleichmäßiges und dünns Garn entstand, war ich mutig genug mir eine Spindel zu bestellen. Ich habe mich für das Handspindel-Starter-Set von DAS WOLLSCHAF entschieden. Der Umstieg vom Stöckchen auf die Spindel bedurfte etwas Übung. Vor allem die älternen Videos von Chantimanou haben mir da sehr weitergeholfen.

verzwirntes Garn
Mit dem Stöckchen versponnen und aus dem Knäul mit sich selbstverzwirnt

Mittlerweile sind die Schafe an die Parthe umgezogen und die Herde ist auf über 12 Mutterschafe angewachsen. Von Hammel Paulchen haben wir etwas Vlies bekommen, das wir sobald es wärmer wird waschen, zupfen und kadieren wollen. Ich freue mich darauf diese Wolle zu verspinnen.