Jetzt spinnt sie auch noch!

Mich hat die Spindel eher unerwartet und zufällig gefunden. Denn eigentlich hatte ich nicht die Absicht, neben dem Stricken und Häkeln, auch noch mit dem Spinnen anzufangen.

Doch im vergangenen Herbst begann die Gemeinde, wo ich regelmäßig einen Stricktreff besuche, Leineschafe für die Rasenpflege des Pfarrgarten zu halten. Der Schäfer bot uns sogleich das Vlies an.

Wie genial, dachte ich, gestrickte Schäfchen aus „Wolle von der Scholle“ für den Verkauf zum Wohle des lokalen Waldorfkindergartens. Es sollte aber noch ein halbes Jahr dauern, bis wir alle Informationen zur Wollverarbeitung zusammen hatten. Schnell war klar -für die kleinen Mengen die wir brauchen, rechnet es sich nicht das Vlies an eine Fastermühle zu schicken. Hochgerechnet hätten wir für 5kg Rohwolle rund 500€ investieren müssen um es waschen, kadieren und verspinnen zu lassen.

Also besuchte ich auf dem diesjährigen Leipziger Wolle-Fest einen Spinnkurs – und bin sofort süchtig geworden.

Zunächst übte ich fleißig das ausziehen der Fasern mit einem Stöckchen. Als dann ein einigermaßen gleichmäßiges und dünns Garn entstand, war ich mutig genug mir eine Spindel zu bestellen. Ich habe mich für das Handspindel-Starter-Set von DAS WOLLSCHAF entschieden. Der Umstieg vom Stöckchen auf die Spindel bedurfte etwas Übung. Vor allem die älternen Videos von Chantimanou haben mir da sehr weitergeholfen.

verzwirntes Garn
Mit dem Stöckchen versponnen und aus dem Knäul mit sich selbstverzwirnt

Mittlerweile sind die Schafe an die Parthe umgezogen und die Herde ist auf über 12 Mutterschafe angewachsen. Von Hammel Paulchen haben wir etwas Vlies bekommen, das wir sobald es wärmer wird waschen, zupfen und kadieren wollen. Ich freue mich darauf diese Wolle zu verspinnen.