5 Tipps für ein perfekt gestricktes Schäfchen

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Auf der Homepage des Interkulturellern Waldorfkindergartens Hamburg-Wilhelmsburg gibt es die Rubrik „Wir stricken einen Bauernhof“ . Darunter findest du viel kostenlose Strickanleitungen für Hühner, Pferde, Katzen und eben auch Schafe von Ruth Bronsema. Ich habe fast alle Tiere schon mehrfach nachgestrickt, doch am liebesten stricke ich Pferde, Esel und Schäfchen. Dank der großzügigen Erlaubnis von Frau Bronsema verkaufen wir (der Bastelkreis unseres Waldorfkindergartens) die Tiere auf dem jährlichen Herbstbasar der Freien Waldorfschule Leipzig zum Wohle unseres Kindergartens.

Für ein perfekt gestricktes Schäfchen habe ich 5 Tipps:

Tipp Nr. 1 – Wolle

Im Prinzip kannst du jede Wolle nehmen, egal ob 100% Schurwolle, Acryl oder Baumwolle. Die Schäfchen sind perfekt um Wollreste order erste Spinnversuche zu verarbeiten. Ich empfehle 100% Schurwolle von einheimischen Rassen, also zum Beispiel Coburger Fuchsschaf, Brillenschaf und Bergschaf. Für ein Lämmchen nimmst du einfach einen Strang Mohair dazu. Oder probier auch mal ein graues Schaf aus Wolle vom rauwolligen Pommernschaf oder Steinschaf aus (daraus kannst du auch prima Esel stricken).  Die Wolle von den genannten Rassen hat den Vorteil, das sie gröber ist und damit einen guten Stand hat, lange hält und damit gut bespielbar ist. Außerdem unterstützt du mit dem Wollkauf von einheimischen Rassen deren Erhaltung und die Schäferei.

Tipp Nr. 2 – Nadeln und Maschenprobe

Für die Schäfchen ist es wichtig, dass sie fest gestrickt werden damit sie später gut stehen und die Stopfwolle nicht durchguckt. Also solltest du beim Stricken eine gute Spannung auf bringen oder (so mache ich es) lieber  der Nadelstärke 1 bis 1,5 Größen kleiner wählen als auf der Banderole steht. Wenn du dir unsicher bist, mach eine Maschenprobe und spanne sie etwas um abzuschätzen wie doll die Stopfwolle durchguckt.

Tipp Nr. 3 – Anschlag und Randmaschen

Durch das Stopfen werden die Ränder und Nähte sehr beansprucht, darum ist eine wenig dehnbare Anschalgskante und ein fester Nahtrand notwendig. Der Kreuzanschlag und ein Knötchenrand eignen sich dafür sehr gut.

Tipp Nr. 4 – Mehr Maschen für die Vorderbeine

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass aufgestrickte Maschen fester sind als die aus einem Kreuzanschlag. Damit das Schäfchen gut steht und nicht immer auf die Nase kippt, stricke ich auf beiden Seiten immer eine Masche mehr auf als die Anleitung vorgibt. Aber Achtung – Sie muss auch später wieder abgekettet werden, sonst bekommt das Schäfchen einen dicken Hals 😉 . Für einen stabilen Nahtrand stricke ich die erste Reihe über den aufgestrickten Maschen wie folgt: die erste Masche rechts und alle anderen aufgestrickten Maschen PLUS ein Masche rechts verschränkt. So bekommt das Schäfchen keine Löcher in der Achselhöhle.

Tipp Nr. 5 – Fest Stopfen

Das ist vielleicht mein wichtigster Tipp. Wenn das Schäfchen nicht gut gestopft ist, steht es nicht gut. Es ist dann zu leicht und fällt schnell um. Darum FEST STOPFEN, am besten mit Wolle vom Vlies oder selber waschen und zupfen. Bitte nicht die überteuerte Stopfwolle aus dem Bastellade dafür kaufen. Jeder Schäfer freut sich wenn er seine Schafspelze nicht wegschmeißen muss. Zum Stopfen eignet sich ein dickere Stricknadel oder ein abgerundete Schere. Um einen guten Übergang von Bein zu Körper zu erhalten, wickle ich kleine Würste aus der Wolle und stecke sie in die Beine. Nimm dir dafür Zeit.

Zum Schluss habe ich noch ein paar Bilder, die zeigen wie ich den Kopf forme an dem dann auch die Ohren abgenäht werden.

stricktes Schäfchen - der Kopf
Tipps für einen schönen Kopf für dein gestricktes Schäfchen

Zeig mir deine Schäfchen unter dem Hashtag #marthasschafherde auf Instagram. Viel Spaß beim Stricken.